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Eimal um de Mythe, bitte

Ich wär dann wiedermal hier. Zurück von meiner kleinen Reise im Kanton Schwyz.
Gestartet bin ich am Dienstag auf dem Sattel. Das Wetter spielte wie erwartet mit und eigentlich hatte ich mir den grossen Mythen als Ziel gesetzt für diesen Tag. Doch irgendein Gefühl sagte mir vorab: Warte Mal.
So gestaltete ich die ersten 2 Stunden mit teilweise ähnlichem Schwierigkeitsgrad, wobei hinauf alles gut ging. Jedoch flatterte mein linkes Bein beim Abstieg sehr unkontrolliert. Dieses wurde vor gut einem Jahr operiert und diese Tage sollten auch etwas die Grenzen austesten.
Ehrlich gesagt, demotivierte mich dies kurzzeitig, weil ich wusste, das ich mein «Ziel» für heute nicht erreiche. Was tut man da? Genau, steck Dir ein neues Ziel!
Nach etwas Selbst-Analyse fand ich es. Dies lautete: Du kommst gesund und fröhlich wieder nach Hause!
Klingt auf Anhieb einfach, für das Löwen-Ego jedoch wars das nicht 😉 Aber ich hatte keine Lust auf dieses «Du musst heute noch».
6 Stunden Wanderzeit sinds dann doch gewesen bis zum Abend, bis ich mein Nachtlager aufschlug. 2 Dinge waren wichtig füe die Platzwahl: Hat es Wasser und Holz in der Nähe? Sprich waschen, trinken und Wärme.
Die erste Nacht schien mir kalt und ich schlief mässig aber der Morgen ist so etwas Schönes gewesen, dass alles schnell vorbei war. Diese Stille, meinen Tee in der Natur geniessen und zusehen, wie sich die Sonne langsam von den Bergspitzen ab Richtung Tal ausbreitet.
Auch am zweiten Tag, grandioses Wetter! Mein Routenplan war, von Wegweiser zu Wegweiser spontan entscheiden. Ich wusste nur in etwa, dass ich nicht zu weit ins Muotathal wollte, da dort einige Berge über 1700m hoch sind, und da wollte ich nicht die nächste Nacht verbringen.
Also blieb ich in der tieferen Region (1200-1500). Am späteren Nachmittag stand ich dann schon kurz vor der Zivilisation in Oberiberg. Kurzerhand suchte ich mir im Wald noch ein tolles Plätzchen für Übernachtung Teil 2.
Vor dem Einschlafen stelle ich noch mein Mindset ein, dass ich warm genug habe und nicht frieren muss. Hat geklappt 😊
Die Sonne weckte mich am morgen früh und ich schoss 2 meiner schönsten Bilder in diesen Tagen. Es schien als ob die Natur sagt, alles ist gut. Geniesse die Schönheit und Ruhe!
Nach meinem Morgentee brach ich dann auf und bin am Nachmittag zurück gekehrt. Etwas Muskelkater hier und da, eine grosse Blase am Fuss und innerlich aufgeladen, so kam ich nach Hause!
Fazit: Körperliche Anstrengung hat doch etwas Beruhigendes. Planlos in der Natur herumzuirren macht Spass, solange die passende Ausrüstung dabei ist. Ich fand Zeit für mich, erlebte die einfache Schönheit meines Landes und das Tolle ist, es kostet fast nichts 😉