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Gspürschmi fühlschmi?

Für meine Freunde ausserhalb der Schweizergrenze, das bedeutet: Spürst Du mich, fühlst Du mich? Auf diese Aussage bin ich in letzter Zeit öfters gestossen, oft auch abgekürzt: Ich spüre Dich (nicht auf die körperliche Ebene bezogen 😉 )

Anfangs dachte ich, jetzt ist wieder etwas Neues in Mode mit der Wortwahl. Gerade an GOA Festivals ist mir dies vermehrt zu Ohren gekommen und da ja gerne vieles verniedlicht und esoterisiert wird, legte ich dies als freundliche Geste ab.

Neulich erklärte ich einem Arbeitskollegen meine Arbeit als Hypnocoach und er unterbrach mich kurzerhand mit der Frage: So gspürschmi fühlschmi?
Lachend musste ich nicken und mir eingestehen, darum geht es. Eine etwas abgeflachte Erklärung meiner Arbeit und doch, es trifft zu. Für mich ist es wichtig, eine Person fühlen zu können, sonst fällt es mir schwer, ernsthaft auf das Anliegen einzugehen.

Durch meine Hypersensibilität bin ich meist sehr schnell mit einer Emotion auf gleicher Ebene meines Gegenübers (oder genau das Gegenteil = Überforderung). Es kommt auch nicht selten vor im privaten, dass wenn mir jemand eine Gefühlslage zu erklären versucht, ich den Satz gleich selbst beende oder eben sage: Ich verstehe/fühle Dich.

Somit hat dieses gspürschmi fühlschmi eine sehr tiefe Bedeutung. Mit seinen Gefühlen verstanden zu werden ohne grossartige Kommunikation, wer möchte das nicht? Das zieht weitere Schleifen mit sich, wie wir Menschen wahrnehmen und wo wir sie für uns einordnen. Auch Missverständnisse bauen auf Miss-Verstandenen Emotionen auf, nicht nur aus fehlender Kommunikation.

Daher mein Fazit: Wer solch eine Aussage nicht nur aus Freundlichkeit tätigt, sondern mit dem Sinn und Gefühl dabei ist, ein grosses Kompliment. Das braucht die Welt! 🙂🙏