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Machs gut & Adieu

Fast 10 Jahre sind vergangen, seit meiner letzten Festanstellung. Mit 24 meldete ich mich damals notgedrungen bei einem Temporär Büro an und hatte nicht geahnt, dass viele Jahre mit vielen Erfahrungen folgen.

Anfangs stimulierte mich das temporäre Arbeiten auf Montage nicht. Als gelernter Feinmechaniker musste ich umstellen auf körperlich schwere Arbeit und auch 40 Stunden Wochen wurden schnell zu 60 Stunden. Viele neue Tätigkeiten, Maschinen und neues Wissen. Nach rund einem halben Jahr entdeckte ich die Vorzüge daran. Ich bin herumgekommen, konnte mich selbst weiterentwickeln und der Lohn war auch nicht zu verachten.

Ein zusätzlicher Pluspunkt, ich konnte öfters mehrere Wochen/Monate ins Ausland gehen, ohne mich gross um etwas zu kümmern, denn Arbeit gab es immer wieder bei der Rückkehr. 5 Jahre später entschied ich mich für eine neue Ausbildung zum ganzheitlichen Ernährungsberater. Im Hinterkopf dachte ich mir schon, wie das mit der Arbeit wohl aufgeht, zumal ich oft am Freitag Schule hatte und auf Montage hiess es, die ganze Woche oder gar nicht.

Zum selben Zeitpunkt fand ein Geschäftsführerwechsel statt in meiner damaligen Firma. Offen kommuniziert schien es, als ob man das alles unter einen Hut kriegt. In meinem Hinterkopf dachte ich mir: Hoffentlich schiebt man mich nicht systematisch auf die Reservebank. Doch genau so kam es.
Bist Du nicht bereit, mindestens 100% zu arbeiten, drückt man Dich weg.

Es folgten 3 Jahre mit Ausbildungen und wenig Arbeit. Ich fing an, mir bei anderen Firmen Arbeit zu suchen und so entstand ein stetiges Auf und Ab mit den Finanzen. Mein Fokus war schon damals, bald möglichst ein eigenes Geschäft aufzubauen.

Als ich dann im letzten Oktober meinen Schienbeinbruch hatte, da zeigte sich die Schattenseite des temporären Daseins. Das Krankentaggeld brach man mir unter ein Existenzminimum und auch mein damaliger Betrieb liess mich im Stich bzw. enttäuschte mich auf menschlicher Ebene.
Ich telefonierte mit mehreren Ämtern, da ich der Meinung war, irgendwer wird mir eine Ausgleichszahlung machen; Fehlanzeige.

Schon in meiner Ausbildungszeit musste ich regelmässig auf mein Sparkonto zurückgreifen, weil ich auch in meiner Ferienzeit keine Arbeit mehr bekam. Mein Unfall dauerte 7 Monate, es musste eine zweite OP gemacht werden.

Um es kurz zu fassen, ich lebte gut 3 Jahre zu einem Grossteil von meinem Ersparten und merkte schon Mitte letzten Jahres, ich möchte eine Festanstellung, weg von diesem temporären System! Das Geschäft Grundstein Gesundheit war zu diesem Zeitpunkt geboren und ich suchte nach einer 60-80% Arbeitsstelle. Viele Bewerbungen fielen negativ aus und auch die Arbeitsvermittlungsstelle kann ich nicht als hilfreich bezeichnen. Mein Erspartes sank immer tiefer.

Es ist kein schönes Gefühl in eine Richtung zu gehen, die keine Richtung ist! Durch meine Tätigkeit als Hypno-Coach sind mir die Techniken bewusst, wie ich meinen Fokus zu setzen und meine Laune aufrechterhalte. Anbetracht der Situation ging es mir doch gut.

Vor einem Monat bekam ich eine Adresse zugespielt für einen Job, der mir zusagte. Da Gespräch vor Ort verlief ebenfalls gut und ich wusste: Das ist mein Job! Der ist für mich!
Seit dieser Woche ist es definitiv, es ist mein neuer Job! Er erfüllt alle Kriterien die ich habe, damit ich parallel mein Geschäft laufen lassen kann. Diese innere Erlösung lässt sich schlecht in Worte fassen. Ich spüre erst jetzt, was dies wirklich für ein Druck gewesen ist!

Als Selbstständiger in der Schweiz ist es nicht leicht und anfangs fast unmöglich, gleich 100% davon zu leben. Doch mein Fokus war jederzeit klar und ich bin endlich an diesem Punkt, wo ich seit einiger Zeit darauf hinarbeitete!

Auf dem Bild siehst Du meine Arbeitsutensilien. In all den Jahren sammelte sich einiges an, ich brauchte dies auch regelmässig. Dass dies ab jetzt Geschichte ist, realisiere ich bisher bedingt. Fakt ist, ab Montag starte ich mit meiner 60% Anstellung und habe somit genug Zeit für mein eigenes Geschäft.

Ich nehme viele Erfahrungen mit von dieser Zeit, sowohl beruflich wie auch menschlich. Ein Wechsel vom Stahlbau zur Gesundheitsbranche ist ein grosser Sprung. Diese Entscheidung veränderte vieles in meinem Leben und doch, es hat sich mehr als gelohnt. Was ich für mich dazulernte die letzten Jahre, prägten mich auf der nächst höherer Ebene und ich bin gewillt, weiter zu machen.

Wer das Wunder des Lebens anfängt zu realisieren, muss aus gewissen Umständen ausbrechen, damit neues Platz hat.

Es war ein langer Weg bis hierhin, doch er hat sich gelohnt!