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Guten Flug, schöne Seele

Seit gestern bin ich in den Bündner Bergen in einem Maiensäss eines Freundes.
Ich ziehe mich gerne hierher zurück, weil es hier viel Platz zum Denken und Atmen gibt.

 

Längere Zeit beobachtete ich einen Vogel in der Luft. Er gleitete in seiner Dominanz über alles, liess sich treiben vom Wind. Es schien ihn nichts zu kümmern. Dieses vogel-frei-denken löst doch in jedem von uns etwas aus.
Dabei ist mir immer wieder der eine Satz durch den Kopf: Es ist alles eine Frage der Perspektive!
(ES IST ALLES)

 

Diese Worte lassen sich in so vielen Bereichen unserers Lebens anwenden (physisch/psychisch/objektiv), da könnte man gleich ein Serie daraus machen.

"Eine Frage der Perspektive"... wie poetisch (ist bestimmt noch keiner vor mir auf die Idee gekommen).


Sein sein scheint sehr komplex.

 

Während dieser Gedankengänge erhielt ich einen Anruf, dass meine Oma heute ihren letzten Atemzug machen durfte. Aus dem Nichts wurde dieser philosophische Perspektiven-Satz auf eine Ebene ausgedehnt, mit dem ich an einem "ich-denk-mal-übers-leben-nach" Tag, so nicht gerrechnet hätte.

 

Es gäbe viel, sehr viel, zu erwähnen von ihrem Leben. Selbst die Oma aus dem Kinderbuch, konnten gegen meine nicht mithalten.
Aber ich behalte die vielen Erinnerungen für mich, da wo sie gut aufgehoben sind.
Ein herzensguter Mensch, der eine grosse Lücke in unserer Familie hinterlässt.

 

WAS muss das für ein Gefühl gewesen sein? Das letzte Mal die Augen zu schliessen, noch einen letzten Atemzug des physischen Lebens nehmen; inne halten; Familie, Krieg, Freunde, Leben, Liebe... und dann einfach alles loslassen

In diesem Moment erlosch auch die Flamme einer Generation in unsere Familie...

 

Grosi, i vermisse di & du wirsch di Platz i mim Härz bhalte