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Swiss Krono

Gestern hatte ich einen Tageseinsatz als Mechaniker in der Krono Swiss in Menznau.
Es war schön, wieder ein paar Gesichter zu sehen, die einem seit Jahren immer wieder über den Weg laufen. 🙂


Wie so oft, war ich in kurzer Zeit von oben bis unten voller Dreck, aber irgendwie gehört es dazu. 😅 Da mein Arbeitsplatz anfangs auch in der Höhe gewesen ist, war ich glücklich, weil ich es mag, weit sehen zu können.


Vor meinem Studium für ganzheitliche Ernährungsberatung und Schulmedizin war ich gut 7 Jahre im Stahlbau auf Montage in der ganzen Schweiz tätig und zwischendurch zieht es mich auch heute noch dahin. Bevor ich mein eigenes Geschäft eröffnet habe, durfte ich generell auf verschiedenen Branchen arbeiten. Als Poolreiniger, in einem Club in Zürich, als Behindertenbetreuer in Mallorca, in der Gastronomie, als Betriebsmechaniker CNC-Programmierer, Hilfs-Elektriker, Isoleur etc.


Ich durfte für mich viele neue Erfahrungen sammeln, sowohl beruflich als auch menschlich.😊

Der gestrige Einsatz jedoch löste Gedanken an einen schlimmen Vorfall aus.


Am 27. Februar 2013 lief ein Mitarbeiter in dieser Firma Amok. Er tötete 2 Menschen, verletzte 7 weitere und erschoss danach sich selbst.
Seit 2011 bin ich immer wieder mal in dieser Firma. Der Täter eröffnete das Feuer in der Kantine. Ein Ort, wo sich alle Treffen zum Znüni oder Mittagessen. Das heisst, intern wie auch extern. Als ich die Nachricht von dem Vorfall bekam rief ich zuerst meinen Chef an um zu fragen, ob einer unserer Firma mit dabei war. Er verneinte dies, was mich im ersten Moment etwas beruhigte. Jedoch zogen dann weitere Gedanken nach. Ich ass ebenfalls immer in dieser Kantine. Der Täter schoss wahllos auf die Menschen im Raum, also hätte es genau so gut auch mich treffen können.


In den letzten Jahren konnte ich mit einzelnen Arbeitern über diesen Vorfall unterhalten, die mit dabei waren. Starke, gestandene Männer, die plötzlich ruhig werden und auch mal über Angst reden.
Man weiss nicht, ob dieser Vorfall hätte verhindert werden können. Allerdings denke ich, diesem Mann fehlte ein guter Freund, um über über seine Probleme, Gefühle und seinen Zustand zu sprechen.


Wie gehen wir miteinander um, was lösen wir damit aus?

 

Die Kantine wurde zuerst abgerissen und dann wieder neu aufgebaut mit einer sehr bunten Fassade. Etwas merkwürdig aber vielleicht auf hilfreich.
Ich lass das mal so offen..