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Lebensgeschenk

Gestern durfte ich den Abend mit einem guten Freund aus Graz verbringen. Wir kennen uns knappe 3 Jahre und treffen uns sporadisch, können dann diese Zeit geniessen und unterhalten uns über das Leben, Gesundheit und die Liebe.

 

Ein kleines Erlebnis, als ich unterwegs war nach Zürich, um ihn zu treffen. Am Bahnhof Mellingen stehen oft mehrere Busse nebeneinander und die Menschen laufen meistens vor ihnen durch. Auch ich gehöre zu diesen Personen. Ich hatte weder Kopfhörer auf, noch mein Handy in der Hand, war einfach mit den Gedanken irgendwo. Als ich vor dem Bus durchlief, wollte dieser losfahren. Da waren keine 2 Meter zwischen der Front und mir. Der Fahrer reagierte schnell mit einer Bremsung. Spannend war seine Reaktion. Er lachte. Nicht schadenfreudig, mehr dieses Zum-Glück-ist-nichts-passiert-Lachen. Aus dem Affekt lachte ich ebenfalls und lief dann weiter.

 
Als ich später mit meinem Freund am Platzspitz das Wetter genoss, sprach mich ein Punk aus einer Gruppe neben uns an. Eines meiner Tattoos faszinierte ihn und so kamen wir ins Gespräch. Er hatte am Hinterkopf eine grössere Narbe und erzählte mir, dass er neulich mit dem Fahrrad unterwegs war und es zu einem Unfall kam, indem ein Polizeiauto mit ihm kollidierte. Obwohl dann eine kleine Hasstirade gegen die Polizei folgte beendete er diese Geschichte mit dem Satz, dass es ihm ja gut gehe.

 

Auf dem nach Hause Weg liess ich mir diese 2 Geschichten nochmals durch den Kopf gehen. Grundsätzlich nichts Spektakuläres und trotzdem, mein Abend hätte im Spital enden können. Bei dem jungen Punk hat es vor kurzem im Spital geendet, hätte aber durchaus schlimmer sein können. Letzendes sassen wir beide im Park, um das Leben zu geniessen und nicht zurück, sondern nach vorne zu blicken.

 

Solche Situationen zeigen mir immer wieder, wie wertvoll das Leben ist und wir jeden Tag dankbar sein sollten, an dem wir Aufstehen dürfen.